Der US-Suchmaschinenkonzern Yahoo stellt seinen beliebten Freespace-Dienst Geocities nach 15 Jahren ein. Im Jahre 1994 war der Dienst gestartet und ermöglichte es den Surfern ohne HTML-Kenntnisse eine eigene Homepage mit der Unterstützung eines Baukastensystems zu bauen.
Die User erhielten Webspace kostenlos zur Verfügung gestellt und konnten darauf ihre persönliche Internetseite einrichten. Die Finanzierung erfolgte mit Werbebannern und PopUps wodurch der Gratis-Webspace erst möglich wurde. Alternativ gab es kostenpflichtigen Speicherplatz für 6 US-Dollar pro Monat.
Die einzelnen Webseiten wurden in Bezug auf ihr Thema geographisch zugeordnet. Daher kann Geocities durchaus als früher Vorläufer von Facebook, Myspace und Twitter bezeichnet werden. In den 1990er-Jahren waren Domains und Webspace sehr teuer und steuerten erheblich zum Erfolg des Freespace-Anbieters bei.
Wer eine Homepage wollte brauchte bei Geocities keine Domain sondern nur eine Idee und konnte sich nach Fertigstellung über seine Homepage freuen. Fünf Jahre nach der Gründung erfolgte eine Übernahme durch Yahoo für 3,5 Milliarden US-Dollar. Die User wurden nach dem Kauf durch die Einführung hoher Gebühren für die Nutzung eines Geocities-Benutzerkontos abgeschreckt.
Die Userzahlen fielen stark zurück und nun sieht sich Yahoo gezwungen Geocities im Laufe des Jahres einzustellen obwohl der Web 2.0-Vorgänger im vergangenen Jahr rund 180 Millionen Besucher gezählt haben soll. Zur Zeit ist noch nicht bekannt was mit den bestehenden Homepages der User passieren wird. Der Konzern hat ihnen allerdings einen Wechsel zum eigenen kostenpflichtigen Webhoster empfohlen.
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