Der bekannte Abmahnanwalt Günther Freiherr von Gravenreuth hat sich nach derzeit noch unbekannten Gründen das Leben genommen. In der deutschen Onlinewelt erreichte er eine starke Berühmtheit, da er einer der ersten war welcher die Raubkopiererei systematisch verfolgte. Vor rund 20 Jahren zu Beginn des Computerzeitalters hatte er mit den so genannten "Tanja-Briefen" berüchtigte Erfolge erzielt indem er sich per Kleinanzeige als vermeintlich 15-jährige Schülerin ausgab und Freunde für einen Diskettentausch suchte.
Jeder, der auf diese Kleinanzeige antwortete erhielt jedoch keine Antwort von Tanja sondern ein Schreiben seiner Kanzlei. Trotz seiner nicht ganz sauberen Methoden sah er sich selbst nicht als Gegner sondern Teil der IT-Szene. Als Anwalt spezialisierte er sich jedoch nicht nur darauf Raubkopierer rechtlich dingfest zu machen sondern auch das Marken-, und Domainrecht.
Der Heise-Verlag erwirkte gegen ihn ein digitales Hausverbot, da er in Foren des IT-Magazins Heise.de für schlechtes Klima unter den Usern gesorgt hatte. Vor seinem Selbstmord hatte er noch eine Mail an Bekannte geschrieben, in denen er über gesundheitliche und finanzielle Probleme berichtete. Die Tageszeitung "taz" hatte gegen ihn eine Strafanzeige wegen Betrugs gestellt und wäre dann im Gefängnis gelandet. Neben dieser Strafanzeige hatte er auch noch andere Vorstrafen und dürfte ein weiterer Grund für den Freitod gewesen sein.
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